Monat: Juni 2012

Ein Besuch bei einer Homöopathin

 
 
Neulich war ich bei einer Homöopathin. In einer Angelegenheit, in der eine annähernd „ganzheitliche“ Behandlung angesagt war, wand ich mich an eine Homöopathin, bei der ich einmal vor Jahren erfolgreich in Behandlung war. Engagement wird bei dieser Homöopathin groß geschrieben. Auf meine Nachricht auf ihrem Anrufbeantworter hin, ruft sie mich gleich zweimal zurück. Sie brauche mehr Zeit für die Anamnese (bei meinem ersten Besuch ca. 2 ½ Stunden) und bleibe deshalb private Ärztin, da die Krankenkassen einen solchen Zeitaufwand nicht für nötig befänden. Ich dürfe sie jederzeit anrufen, falls mir noch etwas einfällt, dass zur Arzneifindung von Bedeutung sei. Was das sein könnte? Eigentlich alles: körperliche und emotionale Befindlichkeit zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten, Essens- und Wettervorlieben, Familiengeschichte, Krankheiten.. Das nenn ich ganzheitlich..

Beim ersten Termin nimmt sie mich sogar auf Video auf, um sich dann die 2 ½ Stunden Gespräch nochmal beim sogenannten „Repertorisieren“ zu Gemüte zu führen.

Der Körperbau der Homöopathin ist zierlich, aber tough. Ihre Bewegungen sind leicht hektisch und die Sprache gleicht einem Singsang. Vermutlich eignet man sich das an, wenn man sich stundenlang winzige Details aus dem Leben anderer Menschen anhören muss. Die Haltung ist leicht gebeugt – das kommt bestimmt vom vielen Repertorisieren.

Gleich zu Beginn fällt mir ein riesiges Ekzem an ihrer rechten Hand auf. Ich versuche nicht hinzusehen. Jeder andere Arzt würde sich schämen, würde es doch seine Kompetenz in Frage stellen. Die Homöopathin jedoch trägt Hauterkrankungen jedweder Art mit Stolz zur Schau – sind sie doch nach homöopathischen Glaubenssätzen ein Beweis dafür, dass sich „die Störung“ nur noch auf der „oberflächlichsten Ebene“ befindet.

Als sie mich nach Hauterkrankungen fragt und ich ihr stolz berichte, dass ich einen Pilzbefall mit einer Salbe aus zwei verschiedenen Antibiotika und einem Cortison erfolgreich behandelt habe, schlägt sie die Hände über dem Kopf zusammen. Außerdem soll ich mein Shampoo und meine Hautcreme wechseln und am besten nur noch Wasser und Melkfett verwenden. Nachdem ich das Buch „Impfen – das Spiel mit der Angst“ auf ihrem Regal entdeckt habe, entschließe ich mich aus Gründen der Diplomatie meine zahlreichen Impfungen zu verschweigen.

Mir scheint, ich bin in einem Bereich angekommen, in dem das Ergänzungsprinzip nicht mehr funktioniert. Das gefällt mir nicht – zum Teil aus Bequemlichkeit (ich finde, mein Shampoo riecht so gut), zum Teil aus Prinzip. Wenn man dem schwefelhaltigen Shampoo oder der Hautcreme mit Zink soviel Bedeutung beimisst, macht das das Leben ungeheuer ernst und kompliziert. Dann mag die homöopathische Arznei zwar wirken, aber gleichzeitig verliert man ein gutes Stück Lebensfreude und Unbeschwertheit.

Ich habe mich für einen Kompromiss entschieden. Ich habe bereits gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht, deswegen ziehe ich sie gern zu Rate. Aber ich behalte meinen gesunden Menschenverstand und mein Shampoo und hoffe, dass die Arznei trotzdem wirkt.

Außerdem habe ich einen entscheidenden Vorteil, von dem meine Homöopathin allerdings nichts ahnt. In der täglichen Meditation erwacht meine eigene Lebenskraft jeden Tag auf´s Neue und versorgt meinen Körper mit mehr „Heilungsimpulsen“, als es eine Arznei jemals vermag..

 

 

 

 

Wir sind alle Kontrollfreaks

 
Vor ein paar Tagen traf ich mich mit einer Schulfreundin und deren Partner, den ich kennenlernen sollte/wollte. Ein nettes Pärchen. Wir unterhielten uns angeregt. Irgendwann streiften wir das Thema Glaube/Religion. Als ich den Freund meiner Freundin nach seinen Ansichten fragte, gab er mir eine Antwort, die für viele andere Deutsche seiner Generation hätte stellvertretend sein können. Nachdem er katholisch erzogen worden war, habe er sich sein eigenes Weltbild gemacht. Man könne ihn als Atheisten bezeichnen. Er sei ein positiver Mensch und sorge sich um die Gemeinschaft, aber er glaube nicht an einen Gott, eine höhere Instanz. Seiner Meinung nach regiere der Zufall. Sein Weltbild sei für ihn schlüssig, überschaubar, innerhalb kontrollierbarer Grenzen. Bei den Stichworten „überschaubar“ und „kontrollierbar“ klingelten es innerlich bei mir. Meiner Meinung nach haben wir es in Deutschland schon fast mit einem kollektiven Kontrollzwang zu tun. In kaum einem anderen Land gibt so viele Sicherheitsvorkehrungen und alles wird bis ins letzte Detail (gesetzlich) geregelt. Dennoch sind nach meiner Beobachtung viele Menschen in Deutschland trotz hohem Lebensstandart deutlich unsicherer und besorgter um ihre Zukunft, als beispielsweise in Indien. Woran liegt das? Eine Erklärung könnte sein, dass der Kontrollzwang Symptom einer inneren Unsicherheit ist. Kontrolle in Maßen ist durchaus nützlich. Doch wenn das Bedürfnis nach Kontrolle den Spirit einsperrt in einen Käfig, ist etwas aus dem Lot geraten. Dann gerät man schnell in einen Teufelkreis: aus innerer Unsicherheit folgt übermäßige Kontrolle, die die Unsicherheit nur verstärkt. (denn ein Übermaß an rechter Seite geht auf´s Herz). Das Göttliche ist unkontrollierbar. Sein Wirken erfolgt nicht nach einer für uns erkennbaren Logik. Mit unserem begrenzten Verstand ist es nicht zu fassen – aber es ist erfahrbar. Für den, der (zumindest in diesem Moment) alle Kontrolle fahren lässt und sich mit reinem Herzen der Erfahrung hingibt.

 

Intensiv-Seminar von 24. bis 26.08.12

Sahaja Yoga Intensiv-Seminar für Neueinsteiger

Wann ? 24., 25. und 26.August.2012
Beginn 24.8. 16:00Uhr; Ende 26.8. ca.14:00Uhr
Wo? Sampurna Seminarhaus
Am Tiergarten 1
65388 Bärstedt
www.sampurna.de

Das Seminar beginnt mit einer Einführung und mit der Selbstverwirklichung am Freitag und endet mit einer kleinen Puja am Sonntag.

Das Wochenende ist speziell für neue und neuere Teilnehmer der öffentlichen Programme in Deutschland und soll ihnen ermöglichen einmal tiefer in die Dimension von Vibrationen zu kommen. Aber auch für „Quereinsteiger“.

Sven aus Hamburg wird das Seminar leiten und die Erfahrung aus 21 Jahren SY einbringen. Natürlich sind auch erfahrene Sahajis zur vibratorischen Unterstützung willkommen.
Mehr dazu ist in der Kurseinladung auf der Homepage von sampurna zu lesen

 

Bei Anmeldung bis 1.7.2012 gibt es 10€ Rabatt

Heimschläfer 95.-€
Unterbringung im Schlafsaal 135.-€
Mehrbettzimmer 165.-€
Die Gebühr beinhaltet Vollpension, Kursmaterial, Dakshinat
Anmeldung bitte im Sampurna direkt
Tel: 06129-502571 oder info@sampurna.de

 

Viel Spaß Euch Allen, die Ihr kommen könnt – und wir freuen uns über Eure Erfahrungsberichte …. 😉

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