Impressionen von der Konzerttour durch Berlin
Im Sommer diesen Jahres nahmen wir an einer Konzertreihe durch Estland teil, bei der 2 Bhajangruppen aus St. Petersburg und eine Bhajangruppe aus Estland spielten. Insb. die reine Yuva-Bhajangruppe „Chaitanja“ aus St. Petersburg beeindruckte mich nachhaltig – sie hatten so eine Power und waren echt professionell. Spontan entstand der Wunsch, dass diese Gruppe auch mal in Deutschland spielen möge. Dass reine Wünsche in Erfüllung gehen, sagt man so in Sahaja Yoga. Mit welcher Dynamik jedoch das Paramchaitanya reine Wünsche erfüllt, versetzte mich in Erstaunen. Zur Krishna-Puja trafen wir die Musiker der Gruppe „Chaitanja“ in Cabella. Wir verabredeten, dass sie im September für eine 10tägige Tour durch Berlin und Umgebung kommen sollten.
Zuhause angekommen, erwarteten uns alle möglichen Hindernisse. In der Deutschland-Kasse war Ebbe, keiner schien unseren Enthusiasmus so richtig zu teilen, Probleme mit den Visa, akute Zeitknappheit etc. pp. Mehrmals wollte ich die ganze Sache einfach abblasen, aber zu dem Zeitpunkt hatte ich sie bereits in Mutters Aufmerksamkeit gegeben und hatte das Gefühl, ich hatte nicht mehr das Recht die Aktion eigenmächtig aus Bequemlichkeit abzusagen. Geholfen haben mir die aufmunternden Worte von Galina aus Estland, dass SM denen hilft, die den Wunsch haben Selbstverwirklichungen zu geben. Und wirklich – jetzt kann ich sagen, dass trotz zahlreicher Irrungen und Wirrungen alles wunderbar geklappt hat. Wir durften 13 zauberhafte Konzerte genießen, 650-700 Menschen haben die Realisation erhalten. Viele zeigten sich ernsthaft an Sahaj interessiert. Einige kamen sogar zu mehreren Konzerten. Die Gruppe war wirklich ausnehmend gut und bei jedem Konzert entwickelte sich wie ein dynamischer Wirbelsturm an Vibrationen.
Ein junger Iraner, der insg. 3 Konzerte besuchte, kommentierte sein erstes Konzert: Er sei völlig geschockt – die würden ja echt indische Musik machen. Jetzt müsse er erstmal sein Gehirn neustarten. Beim 2. Konzert meinte er, er brauche mind. 3 Konzerte, um sein Gehirn neu zu installieren. Und beim 3. Konzert war er zu Tränen gerührt und schlußfolgerte, er wisse jetzt, warum er sich so wohl fühlen würde bei den Konzerten – weil von Gott und Seele gesungen würde.
Es gab Konzerte an den unterschiedlichsten Orten: in Nachbarschaftsheimen in Schöneberg und Steglitz, in einem Seniorenzentrum in Charlottenburg, in Karow, im Brennpunkt-Stadtteil Wedding (als erstes fiel vor dem Konzert ein Fenster aus den Angeln und zerbrach in tausend Scherben), in einem geschichtsträchtigen Begegnungs-Zentrum in Berlin-Buch, in einem ind. Restaurant und einem italienischen Cafe in Potsdam und ein kleines Konzert in unserem Wohnzimmer für unsere Nachbarn.
Ein besonderes Event war das Konzert in Potsdam im ind. Restaurant „Asman“. Otti konnte es in letzter Minute organisieren. Er sei frustriert in Potsdam spazieren gegangen, da es an anderen Orten einfach nicht ausarbeiten wollte, da traf er die Frau des Restaurantbesitzers, die ihn auf einen ind. Tee einlud.. Als mir Otti am Telefon davon berichtete, hatte ich ganz kühle Vibrationen am Sahasrara. Als wir mit den Musikern ankamen, zeigte sich der Besitzer etwas nervös – ein Inder aus Kashmir, der, wie sich später herausstellte, fließend russisch sprach. Er war offensichtlich von Otti und seiner Frau zu seinem Glück etwas gezwungen worden und war anfangs nicht mal bereit, ein paar Tische beiseite zu räumen. Nachdem wir ihn unter Aufgebot aller Diplomatie überreden konnten, etwas mehr Platz für die Zuhörer zu schaffen, setzte er sich dann auch ins Publikum und mit jedem Bhajan entspannten sich zunehmends die Gesichtszüge bis er nach dem letzten Quawwali voll des Lobes war für die Musiker und sie alle zum Essen einlud. Wenn sie mal wieder in Berlin gastierten, müssten sie unbedingt wieder bei ihm spielen. Der Abend klang ausgesprochen herzlich aus. Beim Konzert im Jugendhaus im Problemstadtteil Wedding saßen zu Konzertbeginn 4 Gestalten außer uns Yogis im Publikum. Ich gab ein Bandhan, dass bitte noch gute Leute kommen würden. Das Bandhan war ausgesprochen kühl. Noch ein einziger Mann kam mit eher finster-skeptischem Blick, der sich aber im Verlaufe des Konzerts zunehmend aufhellte. Nach dem Konzert blieb er als einziger noch lange und zeigte er sich sehr interessiert an Sahaja Yoga und ließ sich auch gleich von Anneliese und Paul Sahaj-Grundtechniken zeigen.. Es war wirklich verblüffend wie sich der Gesichtsausdruck einiger Menschen im Verlauf des Konzerts änderte. Ich erinnere mich auch an einen anderen Mann beim ersten Konzert in Steglitz, der sich anfangs äußerst skeptisch zeigte und im Laufe des Konzerts ein regelrechtes Dauergrinsen entwickelte. Nach dem Konzert bedankte er sich bei den Musikern für die Freude, die sie ihm beschert hätten.
Ich bin so dankbar, dass diese Tour mit diesen 5 Engeln aus St. Petersburg im Alter von 17 bis 24 geklappt hat. Sie sind nicht nur hervorragende Musiker und für ihr Alter erstaunlich hingegebene, tiefe Yogis sondern wir hatten zusammen auch eine Menge Spaß. Jetzt kenne ich russische Witze und habe gezwungenermaßen auch einige Wörter russisch dazugelernt. In den ersten Tagen wollte ich nicht glauben, dass bei uns im Wohnzimmer so starke Vibrationen sein können. Jeden Tag hatten sie bis zu 4 Konzerte und noch dazu 3 Tage hintereinander (aufgrund schlechter Absprachen) Pasta zum Essen. Jetzt weiß ich, dass russische Jungs jeden Tag ein ordentliches Stück Fleisch brauchen und dass Sauce Bolognese nicht als Fleisch zählt
Der Abschied war tränenreich und die Gewöhnung an den Alltag fällt schwer. Sie mussten versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen. Unser Dank gilt allen Yogis, die die Tour tatkräftig und/oder finanziell unterstützt haben. Musik ist einer der stärksten Transmitter von Vibrationen und gerade in Deutschland kann sie helfen Herzen für Shri Matajis Botschaft zu öffnen.
October 13th, 2007 at 17:39
Liebe Annika,
herzlichen Glückwunsch zu dieser großen Erfahrung und dem Mut, die Hindernisse zu überwinden!
In der Tat: Selbstverwirklichung zu geben ist wohl die einzige wahre Arbeit der Sahaja Yogis. Alles andere ist eher nebensächlich. Und Musik ist wohl auch mit einer der besten Wege dorthin.
Nur weiter so!
Uwe