Die Sahaj-Kolumne: Vorweihnachtlicher Marathon

Weihnachten ist das größte Fest in Deutschland. Ich liebe Weihnachten, genau wie es fast alle Kinder tun. Bei den Erwachsenen jedoch scheinen die Meinungen geteilt. Einige sind der Meinung, Weihnachten sei nicht mehr als eine Konsumorgie, Gefühlsduselei oder einfach „Stress pur“. Also ich freue mich jedes Jahr auf die Adventszeit mit ihren gemütlichen Nachmittagen vorm Adventskranz, heiße Schokolade (trotz Leberdiät), Plätzchen backen, Geschenke einpacken..
Was ich am meisten daran schätze ist die friedliche Atmosphäre, die stille Vorfreude auf ein glückverheißendes Fest und die Gelegenheit meiner Liebe durch Geschenke Ausdruck zu verleihen.Nur leider fällt mir von Jahr zu Jahr schwerer, diese Stimmung bei uns zuhause zu erzeugen. Es mag auch daran liegen, dass mein Mann ein „Weihnachtsbanause“ ist. In seinem Heimatland, wird nämlich eher Neujahr als Weihnachten gefeiert. Letztes Wochenende hatte ich den Einfall durch einen Weihnachtsfilm der vorweihnachtlichen Stimmung etwas nachzuhelfen. Also versuchte ich meinen Mann zu „3 Nüsse für Aschenbrödel“ zu überreden. Er weigerte sich jedoch hartnäckig. (Hinterher stellte sich heraus, dass er „3 Nüsse verarschen Brüder“ verstanden hatte und den Film für unseriös gehalten hatte.)
Nun ja, ich bin jedenfalls froh, dass es nächstes Jahr in Berlin nicht mehr erlaubt sein wird, dass die Geschäfte alle vier Adventssonntage geöffnet haben. Denn der Sonntag in Deutschland ist mir heilig. Der Sonntag ist der einzige Tag in Deutschland, an dem sich die Menschen von ihrer rechten Seite erholen können (es sei denn, er ist verkaufsoffen). An Sonntagen entspannt sich der kollektive rechte Kanal und wir erfahren so etwas wie Balance, einen Zustand von heiterer Gelassenheit. (Bis auf den Sonntagabend – da gehen wir kollektiv auf die linke Seite aus Angst vor dem drohenden Montag.)Und genau dieser Zustand der heiteren Gelassenheit, der eigentlich charakteristisch ist für die Vorweihnachtszeit, bleibt uns größtenteils verwehrt. Da hilft nur gegen den Strom schwimmen, nur das absolut Notwendige erledigen und sich bewusst Zeit nehmen. Vielleicht einmal mehr ein Eispack auf die Leber und vor allem: nicht alles perfekt machen wollen
In diesem Sinne „Fröhliche Weihnachten“
December 11th, 2009 at 00:06
Ja, ja, leider ist der Sonntagabend meist das Gegenteil vom Sonntagmorgen. Da werden gerne schon die Motoren hochgefahren, und das eine oder andere Familienthema kontrovers diskutiert. Manchmal ist es aber auch sehr nett, wenn alle sich bemühen die Sonntagmorgen-Vibes so lang wie möglich zu strecken. Dann gibt es noch einen Tee, ein wenig angenehme Musik und eine schöne, und vor allem rechtzeitige, Abendmeditation.