Die Sahaj-Kolumne: Kamikaze-Schildkröte

Es gibt einen Sorgenfall in unserem Haushalt – unsere Babyschildkröte Strolch. Normalerweise sind Schildkröten bedächtige, vorsichtige Tiere. Nicht so unser Strolch. Mit seinen zarten sechs Monaten ist ihm kein Risiko zu hoch. Vor allem liebt den freien Fall. Er stürzt sich kopfüber von allem, das eine gewisse Höhe aufweist. Das reicht vom Trinkschalenrand über seinen Unterschlupf bis hin zu unseren Händen, wenn wir ihn aus dem Terrarium nehmen. Meist enden seine Abenteuer damit, dass er (Gott sei Dank bisher nur aus niedriger Höhe) auf den Rücken fällt und hilflos mit Ärmchen und Beinchen rudert. Vielleicht versucht er ja auch zu fliegen? Vermutlich hat er Douglas Adams´ Anleitung in „Per Anhalter durch die Galaxie“ wörtlich genommen: „Fliegen heißt, sich auf den Boden zu schmeißen und nicht zu treffen“. Oder er ist einfach ein Adrenalin-Junkie (falls Schildkröten Adrenalin haben) und sucht den „Kick“.

Das erinnerte mich an die vielen Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die ebenfalls auf selbstzerstörerische Weise auf der Suche nach dem „Kick“ sind. Um die zahlreichen Neuerfindungen unserer Gesellschaft zu beschreiben, bedarf es neuer Wortschöpfungen. Würgespiele, Komasaufen, sexuelle Verwahrlosung sind alles Begriffe, die versuchen den Wahnsinn in Worte zu fassen, der unter immer jüngeren Kindern und Jugendlichen um sich greift.

Die Ursachen für dieses selbstzerstörerische Verhalten sind sicherlich komplex und individuell. Eine Ursache dafür, dass solch unvernünftiges Verhalten auf die breite Masse übergreift und nicht nur am Rand der Gesellschaft koexistiert, ist sicher unsere Gesellschaft mit ihren zerrütteten Familienverhältnissen. Immerhin konstitiuiert die Familie als kleinste Zelle der Gesellschaft das Dharma.

Wussten Sie, dass der mit Abstand häufigste Krebs im Westen bei Männern der Lungen- und bei Frauen der Brustkrebs ist? Beides wird durch ein Center Heart-Problem (mit-)verursacht. Das Centre Heart lässt sich heilen a) durch ein spirituelles Bewusstsein („ich bin der Spirit“ etc.) und b) durch gute Familienverhältnisse. Nicht umsonst hat Shri Mataji darauf hingewiesen, dass die Menschen im Westen extrem verunsichert sind, weil die Ehen so instabil sind. (Fast jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden.)

Unsere Familien müssen von innen heilen, damit unsere Kinder nicht bereits in Adharma und Unsicherheit aufwachsen. Das ist eine Arbeit, die vermutlich mehrere Generationen andauern wird und die durch Sahaja Yoga und ein wachsendes Bewusstsein in der Bevölkerung ihren Anfang genommen hat.

PS.: Gestern habe ich ein Buch entdeckt: „Deutschlands sexuelle Tragödie: Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist“ von Bernd Siggelkow und Wolfgang Büchner. Es beschäftigt sich mit der Hypersexualisierung unserer Gesellschaft und all ihren Folgen. Mir persönlich war dieses Buch mit seinen detaillierten Fallbeispielen zu schockierend zum Lesen. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass es dieses Buch gibt. Genau richtig heißt es im Prolog, dass Sexualität schon lange kein Tabuthema mehr sei. Mittlerweile sei es tabu, über die negativen Auswirkungen der sexuellen Befreiung zu sprechen. Dieses Tabu wird durch dieses Buch gebrochen!

Annika

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