Die Sahaj-Kolumne: Was man aus Frauenzeitschriften lernen kann

Ich habe Frauenzeitschriften für mich entdeckt. Noch vor einiger Zeit hätte ich nie freiwillig im Zeitschriftenladen nach „Für Sie“ oder „Freundin“ gegriffen. Bis dahin war das einzig Interessante für mich die „Gala“ – Stars und Sternchen und ihr (z.T. fürchterlich adharmisches) Leben. Spätestens nach der Lektüre der „Gala“ weiß man sein einfaches Leben wieder zu schätzen. Nachdem ich nun auf einer Flugreise mehrere Frauenzeitschriften in die Hände bekam, erkannte ich, dass ich nun in die Jahre gekommen war. Der Zeiger meiner Lebenszeituhr war soweit vorgerückt, dass ich nun zur Zielgruppe dieser Zeitschriften zählte. Rezepte, Einrichtungstipps, Familiengeschichten, psychologisches Dossier..das traf genau meinen Nerv. Aus der Lektüre dieser Zeitschriften habe ich eine ganze Menge gelernt. Z.B. dass es für die Frau ab zwanzig allerhöchste Zeit ist, mit dem regelmäßigen Gebrauch einer Augenfältchencreme zu beginnen. Wussten Sie das etwa? Gleich morgen werde ich mich auf den Weg machen und eine besorgen. Immerhin bin ich schon 27! Es gab auch einige interessante Artikel wie z.B. über Empathie am Arbeitsplatz.

Nur etwas störte mich an diesen Zeitschriften. Um gekauft zu werden, müssen sie ja den Zeitgeist, die Ansichten ihrer Leserinnen treffen. D.h. diese Zeitschriften spiegeln die Interessen und Ansichten von Frauen in Deutschland zwischen zwanzig und sechzig wider. Aus Artikeln wie etwa „Mehr Mut zum Ich – Warum Egoismus richtig guttut“ lässt sich der O-Ton der Leserinnen unschwer ableiten. Der Feminismus treibt aggressiv weiter Blüten. Frauen erobern sich alle Vorrechte der Männer – von Gleichberechtigung am Arbeitsplatz bis hin zum Dienst an der Waffe. In den USA sind über die Hälfte aller Arbeitnehmer Frauen. Ich bin natürlich auch für die Gleichberechtigung der Frau. Dass Frauen und Männer in manchen Berufsgruppen immer noch ungleich entlohnt werden, ist eine Schweinerei. Auch gehört sich gegen sexuelle Belästigung gewehrt – selbstredend. Mein Streben nach Gleichberechtigung hört aber da auf, wo es zur „Gleichmacherei“ wird. Es gibt nun mal konstitutionelle Unterschiede zwischen Männern und Frauen, da beißt keine Maus den Faden ab. Die Debatte, ob im Irak stationierte US-Soldatinnen fürs Schwangerwerden bestraft werden sollen, führt diesen kleinen, aber feinen Unterschied mal wieder vor Augen. Darüber hinaus erobern sich Frauen mittlerweile auch andere vermeintliche „Vorrechte“ der Männer, wie z.B. eine Partnerschaft mit einem halb so alten Mann einzugehen, das „Recht auf Affären“ uvm. Damit folgen diese Frauen einem Naturgesetz: Ein überdimensionales Ego bricht alle Schranken – auch die, die ein gesundes Zusammenleben innerhalb von Familie und Gesellschaft beschützen (Maryadas). Naturgemäß ist es aber insb. die Qualität der Frau dasselbe zu beschützen und zu nähren. Vielleicht ist diese Qualität bisher nicht genügend gewürdigt worden? Das ist dennoch kein Grund, sein Erbe (nämlich zwei X- und kein Y-Chromosom) zu verleugnen und mit den Männern in den irrsinnigsten Bereichen zu konkurrieren..

Annika

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