Die Sahaj-Kolumne: Wenn das Göttliche einen testet – und was man dabei über Litschis lernen kann
Jeder, der ein paar Jahre dabei ist, kennt sie: Tests – Situationen, in denen man mit dem Rücken zur Wand steht, in denen es von allen Seiten ganz Dicke kommt (wahrscheinlich, um zu verhindern, dass man sich mit etwas Angenehmem ablenken kann). Nachdem man eifrig nach einem Schlupfloch gesucht hat, nach einer Möglichkeit, das Unvermeidliche zu umgehen, steht man am Schluss vor der Wahl: „surrender“ oder aufhören zu meditieren. Das Göttliche trägt dafür Sorge, dass ein jeder diese Tests bekommt. Typischerweise sind die Tests der anderen immer kinderleicht. Z.B. würde ich einen meiner Tests gern eintauschen gegen den Test, dass man sich in Deutschland nicht eingewöhnen kann. Doch das gilt wohl nicht.. Ein Test ist nur ein echter Test, wenn er einen dort trifft, wo es so richtig wehtut. Das ist höchst individuell. Bei dem einen ist es die (nicht vorhandene) Ehe oder die (nicht vorhandenen) Kinder; bei dem anderen sind es die Eltern, die Eingewöhnung in ein fremdes Land, Existenznöte.. Ich könnte mir vorstellen, es gibt einen Testengel, der wie Cupido herumfliegt und dessen Pfeile zielsicher treffen. Und genau wie bei einem Test in der Schule gibt es dann zwei Möglichkeiten: entweder man besteht oder man fällt durch. Entweder man vertraut sich irgendwann dem Göttlichen an oder man sucht weiter und weiter nach Umwegen, bis man meilenweit von seinem Spirit entfernt ist. Dann fällt die Umkehr immer schwerer. Sich dem Göttlichen anzuvertrauen heißt nicht in Passivität zu verfallen. Es ist eher eine Einstellung. Man ist bereit, göttliche Lösungen zu akzeptieren (die unter Umständen meilenweit von den eigenen Vorstellungen abweichen). Mit unserem Verstand können wir sowieso nur einen kleinen Ausschnitt unseres Lebens beurteilen. Den großen Überblick hat jemand anderes..
Mein erster großer Test war, als ich mit 14 einsehen musste, dass ich nicht das Zeug zu einer Weltklasse-Tischtennisspielerin hatte. Heute bin ich dankbar dafür. Vermutlich hätte ich bei all den Meisterschaften und Autogrammstunden keine Zeit für Sahaja Yoga gefunden. Und dann gäbe es diese Kolumne nicht. Dann könnte ich der Welt auch nicht von meiner heutigen Erkenntnis berichten.
Ich habe nämlich endlich herausgefunden, warum die Litschi Litschi heißt. Die Antwort ist folgende: Der, der diesen Namen zum ersten Mal aufgeschrieben hat, dessen Schreibmaschine war kaputt – und zwar das „g“. Eigentlich sollte diese Frucht Glitschig heißen – ein sehr deskriptiver Name. Doch in Ermangelung des „g“ wurde daraus Litschi. Wäre ich Tischtennisprofi geworden, wäre das der Welt wohl für immer verborgen geblieben..
Annika

March 4th, 2010 at 09:51
Danke! Danke! Danke!
March 4th, 2010 at 09:54
…Du hast mir mit diesem Beitrag einen Lächeln aufs Gesicht gezaubert – und ich möchte Dir gratulieren: Du hast eine wirklich gute Schreibe! Der Beitrag kam genau passend – denn in dieser Woche habe auch ich mich gefragt: Aufgeben (allerdings nicht zu meditieren) oder surrendern….Ich bin für SURRENDER!
Love, c.
March 4th, 2010 at 10:40
Sehr schön hast du Annika geschrieben!! Ich bin auch der Meinung zu surrender!!! Wenn man das machen kann!!!!
Love Katja
March 4th, 2010 at 12:06
Liebe Annika, Du sprichst mir aus der Seele. Oft habe ich nicht so viel Zeit, um all die angesammelten Mails zu lesen, doch Deine Beiträge finde ich immer erfrischend, und ich laß Sie mir nicht entgehen. Meist kommen mir tausend Assoziationen gleichzeitig, doch ich hab nicht die Zeit (… nehm sie mir nicht), gleich zu antworten. Doch eins, die Prüfungssituationen kenne ich auch sehr gut, richtig heftige. Früher bin ich zu Boden gegangen, Panik, Hektik, extreme emotionale Zustände. Heute setze ich mich erst mal hin und meditiere (und danach passiert meist irgendwas Positives, was mich wieder in die Mitte bringt), und wenn das gerade in dem Augenblick nicht möglich ist, schließe ich kurz die Augen und sage innerlich “Mutter”, und es ist, als ob sich ein kleiner Schalter umschaltet, und ich weiß, es wird alles wieder gut.
Und: Für jedes Problem hält das Universum eine Lösung bereit, die ich nur wahrnehmen kann, wenn ich empfänglich, in der Mitte bin. Und das mit den Litschis? Man muß einfach auf so eine schöne Geschichte antworten und erfreut Shri Ganesha.
Alles Liebe von Kathrin
March 4th, 2010 at 14:27
Liebe Annika,
das ist eine sehr schöne und inspirierende Geschichte! Ja ich möchte auch zugeben, dass ich oft meine kleinen und Grösseren Tests (Geduld, Zorn, Zweifel, Süchte etc) hatte, aber nachdem ich mit Sahaja Yoga angefangen habe und immer regelmäßiger meditiert hatte, wurden die Tests weniger! Gott sei Dank!
Aber natürlich überkommt einen, einer immer wieder, und zwar der, der immer ganz tief im Inneren sitzt und den man geglaubt hatte längst überwunden zu haben.
Das ist wie so eine “Fortbildungsmaßnahme und Zwischenprüfung”! Man prüft sich aber wohl eher selbst, als dass Gott einen testet. Bzw. das eigene Ego will nochmals prüfen, ob wir wirklich etwas ab-bzw. aufgegeben haben.
Bei mir war das ganz doll mit Zigaretten. Kam jahrelang immer wieder. Manchmal im Traum, manchmal auf der Strasse, wenn ich jemanden rauchen gesehen hatte. Dann kam der Gedanke “(nur) eine könnte nicht schaden” nur so um zu gucken
, wenn ich eine rauche, dann ist das nicht schlimm. Ich kann dann ja gleich wieder aufhören
Manchmal hatte ich nachgegeben, wohl um dann immer wieder festzustellen, dass es die Beste Entscheidung war, aufzuhören zu rauchen! Unser Ego “braucht” wohl immer wieder die Bestätigung, ja die Entscheidung gegen die “alten Gewohnheiten” war freiwillig und die BESTE!!!
Danke für deine Blogs
))) Viel LIEBE und DURCHHALTEVERMÖGEN wünsche ich euch allen!!!! Und natülich SURRENDER !!!!!!!!!!!!!
Anja