Die Sahaj-Kolumne: Von Wassergymnastik und richtig schenken
Und wieder geht ein Jahr zuende. Schon bald beginnt die Adventszeit, die dieses Jahr wohl dank verkaufsoffenen Adventsonntagen weniger geruhsam werden wird. Mein Mann und ich haben unsere Weihnachtsgeschenke bereits ausgetauscht. Die DVD, die er mir vorgestern gekauft hatte, lieh ich gestern in Unwissenheit aus der Videothek aus. Nachdem wir sie geguckt und für leidlich gut befunden hatten, machte es keinen Sinn mehr, ein Geheimnis aus dem Geschenk zu machen.
Die DVD-Serie (Vishnu Puranas), die ich ihm gekauft hatte, gab ich ihm vorträglich, damit er die Vorweihnachtsabende nicht mit Computerspielen verbringen muss. Schlussendlich einigten wir uns auf einen Tag in der Therme als gemeinsames Geschenk – in warmem, schwefelartig riechenden Wasser herumliegen und sich von Massagestrählen so richtig durchwalken zu lassen – genau das Richtige für die stressige Vorweihnachtszeit. Selbst an Adventssonntagen kann man sich nun getrost in Thermen begeben ohne Angst vor Riesenwarteschlangen vor dem Whirlpool – immerhin werden einige der potentiellen Badegäste dieses Jahr einkaufen statt entspannen.
In Thermen erlebe ich immer wieder, wie sich die Geister an der Wassergymnastik scheiden. Es gibt wohl nur zwei Kategorien Menschen: diejenigen, die Wassergymnastik lieben und diejenigen, die sie verabscheuen. Ich jedenfalls gehöre zur zweiten. Wenn sich Omis in Badekappen sowie andere Wassergymnastik-Fans auf den Ruf des durchtrainierten, sonnenstudiogebräunten Wassergymnastik-Vorturners versammeln, habe ich dafür nur ein müdes Lächeln übrig. Demonstrativ verlasse ich das Schwimmbecken, um es mir im Liegestuhl bequem zu machen. Schaumstoffstäbe werden ausgeteilt. Der Vorturner drückt die Play-Taste auf seinem tragbaren CD-Player und im nächsten Moment verbreitet Jürgen Drews die typische Wassergymnastik-Stimmung.
Einmal hatte auch ich mich auf ein stolches Wassergymnastik- oder neudeutsch Aquafitness-Erlebnis eingelassen. Mir als ehemaliger Leistungssportlerin würde ein bisschen Gehopse im Wasser wohl nichts anhaben – dachte ich. Nur hatte ich zwei Dinge vergessen: a) der Leistungssport liegt bei mir fast 15 Jahre zurück und b) den Wasserwiderstand. „Ein Bett im Kornfeld“ weckte bei mir Sehnsucht nach meinem eigenen Bett und überrascht stellte ich fest, dass man auch im Wasser schwitzen kann. Den Omis links und rechts von mir schien das alles nichts anzuhaben, sie sangen noch dazu lauthals mit. Völlig entkräftet verließ ich damals das Becken und schwor mir, von nun an Wassergymnastik vom Liegestuhl aus zu beobachten.
Zurück zu den Weihnachtsgeschenken. Ein Weihnachtsgeschenk wäre somit erledigt. Fehlen nur noch 35.. Wenn ich richtig verstanden habe, dann ist das Schenken an Weihnachten eingeführt worden, um dem anderen seine Liebe zu zeigen. (Dem Einzelhandel kam das nicht ungelegen.) Bei einer solchen Massenabfertigung kann einem die Liebe jedoch leicht abhanden kommen. Und ein Geschenk zu machen, um eine selbstauferlegte Pflicht oder Erwartung zu erfüllen, ist ein klassischer Fall von „Ziel verfehlt“.
Komplett auf Geschenke zu verzichten und das Geld (SY) zu spenden ist sicherlich eine Variante. So ganz auf´s Schenken möchte ich aber nicht verzichten. Dieses Jahr werde ich allen Kindern etwas schenken und den Erwachsenen kündige ich an, dass sie bitte nichts erwarten. Finde ich für die jeweilige Person etwas richtig Passendes, gibt’s ein Geschenk, ansonsten gibt’s eine Aufmerksamkeit zwischendurch im Jahr. So will ich dieses Jahr vermeiden, dass ich mitten im Christmas-Shopping von Weihnachten überrascht werde.
Annika

November 11th, 2010 at 18:19
Stichwort Wassergymnastik bzw. Aquafitness dingsbums: Genau! Man sollte erst die Sachen ausprobieren bevor man darüber urteilt…ein Bett im Kornfeld, ja das ist immer frei, denn es ist Sommer…..in der Therme ists wohl weder Winter und Sommer und eine echte Alternative zum Alltag, habe richtig Lust bekommen auf die Therme, ach ja….:o))
November 12th, 2010 at 12:53
Therme – gute Idee! Welche bevorzugst Du?
Mit dem schenken handhabe ich das so: meine Freunde und ich schenken uns im Jahr zwischendurch spontan mal einen Kleinigkeit wobei ich immerwieder feststelle, daß Aufmerksamkeit schenken und den anderen so zu akzeptieren wie er ist, ohne ihn/sie zu be(ver)urteilen die besten Geschenke sind und wenn es ein Geschenk sein soll, dann verschenke ich gern Tickets für Veranstaltungen zu denen ich mitgehe, also das gemeinsame Erlebnis oder ylles was mit Wohlfühlen zu tun hat wie z.B. ein Gutschein für die Kosmetikerin o. ä.
So dann schau ich mal nach Thermen, danke für die Anregung…
))