Archive for the ‘Sahaj-Kolumne’ Category

Die Sahaj-Kolumne: Von Wassergymnastik und richtig schenken

Thursday, November 11th, 2010

Und wieder geht ein Jahr zuende. Schon bald beginnt die Adventszeit, die dieses Jahr wohl dank verkaufsoffenen Adventsonntagen weniger geruhsam werden wird. Mein Mann und ich haben unsere Weihnachtsgeschenke bereits ausgetauscht. Die DVD, die er mir vorgestern gekauft hatte, lieh ich gestern in Unwissenheit aus der Videothek aus. Nachdem wir sie geguckt und für leidlich gut befunden hatten, machte es keinen Sinn mehr, ein Geheimnis aus dem Geschenk zu machen.

Die DVD-Serie (Vishnu Puranas), die ich ihm gekauft hatte, gab ich ihm vorträglich, damit er die Vorweihnachtsabende nicht mit Computerspielen verbringen muss. Schlussendlich einigten wir uns auf einen Tag in der Therme als gemeinsames Geschenk – in warmem, schwefelartig riechenden Wasser herumliegen und sich von Massagestrählen so richtig durchwalken zu lassen – genau das Richtige für die stressige Vorweihnachtszeit. Selbst an Adventssonntagen kann man sich nun getrost in Thermen begeben ohne Angst vor Riesenwarteschlangen vor dem Whirlpool – immerhin werden einige der potentiellen Badegäste dieses Jahr einkaufen statt entspannen. (more…)

Die Sahaj-Kolumne: Queen of Berlin

Friday, September 10th, 2010

Sitcoms sind weiterhin auf dem Vormarsch. Im Vorabendprogramm ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und verpasste Sendungen lassen sich im Internet nachholen. Das lässt auch Yogis nicht kalt. Ich bin seit Jahren erklärter Fan von „King of Queens“, arbeite mich in regelmäßigen Abständen durch die 9 Staffeln. Sitcoms sind Balsam für die Seele. Bei allen Kompliziertheiten meines Lebens kann ich mich darauf verlassen, dass Doug Carrie immer wieder in die aberwitzigsten peinlichen Situationen bringen wird.

Viele Sitcoms zeigen einfach ein humoriges Abbild des ganz normalen Alltags. Ganz normaler Alltag – den haben wir alle. Ein Skript für eine Sitcom hat also jeder. Wieso lachen wir dann nicht so häufig? Die Antwort ist einfach: Die Charaktere selber lachen nicht. Wer lacht, ist das Publikum, das entweder live im Studio sitzt oder dessen Querschnitts-Lache an entsprechender Stelle eingespielt wird. Das heißt, unser Leben bietet Stoff für eine Sitcom, aber wir können nicht so oft lachen, weil wir zu involviert sind. Nehmen wir die Perspektive des Beobachters ein, können wir den Humor in Situationen erkennen und sie leichter nehmen. (more…)

Die Sahaj-Kolumne: Wofür Rakis sonst noch gut sein können

Friday, August 27th, 2010

Ich mache meine Rakis gerne selbst. Zum einen, weil es Spaß macht, zum anderen, weil einige Brüder auf ein selbstgemachtes Raki Wert legen. Wenn es nur nicht immer in Stress ausarten würde! Dieses Jahr habe ich bereits eine ganze Woche vor Raksha Bandhan mit den Rakis begonnen. Das war im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung um über 100%. Letztes Jahr hatte ich nämlich in fieberhafter Eile noch am Tag von Raksha Bandhan emsig Rakis er- und beschafft. In solch einer Situation muss man sich auf die einfachen Techniken wie Flechten oder Kordeldrehen beschränken.

Dieses Jahr habe ich den Dreh raus. Auf der Zugfahrt zur Arbeit und zurück schaffe ich ein Raki in Knüpftechnik – zugegeben kein besonders kompliziertes Muster. Ein Vorteil davon ist, dass die Aufmerksamkeit in Zug, Ubahn und Tram auf dem Raki ruht und nicht auf den teilweise finsteren Mitfahrern. Und noch eine Beobachtung konnte ich machen. Frauen ab 35 können dem Rakiknüpfen nicht kommentarlos zuschauen. Das scheint gegen ihre Natur zu sein. Schnell kommen Fragen zur Technik, ob ich flechte oder knote. (more…)

Die Sahaj-Kolumne: Trainingscamp für Yogis

Wednesday, April 28th, 2010

Ich lese gerne Urlaubsanzeigen. Sie beflügeln die Phantasie. Bei „Urlaub in Bansin auf Usedom: Komfortable Ferienwohnung, für 2-3 Personen, 1 Minute zum Strand, gr. Balkon mit Meerblick“ kann ich mir den „Meerblick“ lebhaft vorstellen und schmecke die salzige Meeresluft auf meinen Lippen. Zwei Minuten Kopfkino – dann sitze ich wieder in unserer Küche und der Abwasch wartet. Folgendes ist mir beim Studium zahlreicher Urlaubsanzeigen aufgefallen: Es gibt kaum einen Ort, an dem nicht Ferien gemacht werden. Frei nach dem Motto „Das Gras ist grüner auf der anderen Seite des Zauns“ heißt Urlaub vor allem weg fahren, woanders hinfahren. So gibt es durchaus eine Menge Leute, die ihre Ferien in unserem Ort verbringen. Das brachte mich auf eine Idee: Wie würde eine Anzeige für unsere (Ferien-) Wohnung lauten? (more…)

Die Sahaj-Kolumne: Vayu – der Name ist Programm

Wednesday, April 21st, 2010

Es gibt jemanden, der es definitiv wert ist, ihm eine Kolumne zu widmen. Und dieser jemand ist Vayu. Als Hundewelpe wurde er Shri Mataji geschenkt; seine ersten anderthalb Jahre verbrachte er im Schloß in Cabella. Bis eine Yogini sich beim Gassigehen verliebte und ihn zu sich nahm. Fortan belebte er unsere kleine Yogi-Nachbarschaft. Man muss hinzufügen: Vayu ist gebürtiger Italiener. Daher hört er (wenn überhaupt) nur auf italienische Kommandos und das erklärt auch sein Temperament. Er ist sehr – nennen wir es mal – extrovertiert. Mag er jemanden (und das trifft auf ungefähr alle zu, einschließlich Einbrecher), wird er diese Sympathie auch bezeugen – meist feucht-fröhlich. D.h. mit fröhlich wedelndem Schwanz wird er versuchen, dieser Person einen feuchten Lecker einmal quer über das Gesicht zu verpassen. Bei soviel ehrlich gemeinter Zuneigung fühlte ich mich manches Mal etwas überfordert. (more…)

Die Sahaj-Kolumne: Die Wahrheit über russische Massage

Wednesday, April 7th, 2010

Die Geschichte von meiner massierenden russischen Schwiegermutter kennen Sie ja bereits. Russen und Massage – das ist ein Thema für sich. Ich habe noch keinen Russen getroffen, der nicht auf Massage schwört (mein Mann eingeschlossen). Es gibt einige Bezeichnungen für Massagetechniken, die auf deren russischen Ursprung hinweisen so z.B. „der russische Traktor“. Dieser hat übrigens nachhaltig Eindruck bei mir hinterlassen und das nicht nur, weil ich bei der Behandlung mehrmals glaubte, meine Wirbelsäule würde brechen.

Vor kurzem waren wir in meiner Heimatstadt. Dort gibt es ein russisches Geschäft. Genau wie asiatische Geschäfte immer etwas muffig und türkische immer fruchtig-nussig riechen, haben auch russische Geschäfte ihren ganz eigenen Geruch. Der ist angesiedelt irgendwo zwischen Dosenfleisch und Pryaniki.

Als besonderes Angebot darf man im besagten russischen Geschäft in meiner Heimatstadt kostenfrei die zwei Massageliegen im Nebenraum ausprobieren. Wo bekommt man schon eine Massage umsonst? Mein Mann und ich waren bereit, uns verwöhnen zu lassen. (more…)

Die Sahaj-Kolumne: Yogis im Schwimmbad – Chlor und Vibrationen

Monday, March 22nd, 2010

Mein Mann und ich gehen jetzt zweimal pro Woche schwimmen. Die Bewegung tut dem Körper gut. Mal gleitet man schwerelos durch´s Wasser, mal ackert man sich Bahn für Bahn einem unbekannten Ziel entgegen – vermutlich einzig der körperlichen Müdigkeit, die einem entspannten Fernsehabend danach das gewisse Etwas verleiht. (more…)

Die Sahaj-Kolumne: Meine russische Schwiegermutter

Wednesday, March 10th, 2010

Vor ein paar Wochen war meine Schwiegermutter zu Besuch. Ich muss sagen, mit meinen Schwiegereltern habe ich Glück gehabt; sie sind total in Ordnung.

Jedesmal, wenn meine Schwiegermutter zu Besuch ist, bemächtigt sie sich als erstes der Küche. Sie bringt mir bei, wie ich Gurken einlege, Sauerkraut herstelle – alles Sachen, die man in Deutschland leider nur noch selten selbst macht. Meine Schwiegermutter hat ein unerschöpfliches Repertoire an Rezepten – gute (fettige) russische Küche. Diese zaubert ein Lächeln auf das Gesicht meines Mannes und gleich darauf eine schmerzvolle Verzerrung – durch die Erinnerung daran, dass er auf all das während ihrer Abwesenheit verzichten musste. (more…)

Die Sahaj-Kolumne: Wenn das Göttliche einen testet – und was man dabei über Litschis lernen kann

Wednesday, March 3rd, 2010

Jeder, der ein paar Jahre dabei ist, kennt sie: Tests – Situationen, in denen man mit dem Rücken zur Wand steht, in denen es von allen Seiten ganz Dicke kommt (wahrscheinlich, um zu verhindern, dass man sich mit etwas Angenehmem ablenken kann). Nachdem man eifrig nach einem Schlupfloch gesucht hat, nach einer Möglichkeit, das Unvermeidliche zu umgehen, steht man am Schluss vor der Wahl: „surrender“ oder aufhören zu meditieren. Das Göttliche trägt dafür Sorge, dass ein jeder diese Tests bekommt. Typischerweise sind die Tests der anderen immer kinderleicht. Z.B. würde ich einen meiner Tests gern eintauschen gegen den Test, dass man sich in Deutschland nicht eingewöhnen kann. Doch das gilt wohl nicht.. Ein Test ist nur ein echter Test, wenn er einen dort trifft, wo es so richtig wehtut. (more…)

Die Sahaj-Kolumne: Romantik – vereinbar mit dem spirituellen Weg?

Friday, February 19th, 2010

Gestern war ich im Theater. Meine Freundin und ich sahen eine Komödie inklusive Liebesgeschichte – also alles, was mein Frauenherz begehrt. Das regte mich zum Nachdenken an über die romantische Liebe. Der Begriff „romantisch“ leitet sich laut Wörterbuch ab von „übertrieben zügellos, phantastisch, romanhaft“. Geprägt ist er von der kulturgeschichtlichen Epoche der Romantik. Im alltäglichen Sprachgebrauch beschreibt er die Eigenschaft einer Sache oder eines Ereignisses, Menschen mit Liebe und Sehnsucht zu erfüllen.

Die Schwierigkeit ist vermutlich, dass ein jeder etwas anderes unter Romantik versteht: klischeehaften Vorstellungen wie „zu zweit den Sonnenuntergang am Meer genießen“; Schwärmerei, wie sie bei vielen romantischen Dichtern zum Ausdruck kommt oder einfach den Ausdruck von Liebe. Klischeehafte Vorstellungen sind künstlich, nichts als Konditionierungen. Schwärmerei kann Wahncharakter annehmen und von der inneren Mitte wegführen. Nicht zufällig war Goethes Werther suizidal. In spirituellen Kreisen wird häufig von der Liebe des Spirits gesprochen, die alles und jeden umfasst. Die gibt es tatsächlich. In Sahaja Yoga ist sie durchaus erfahrbar. (more…)