Die Sahaj-Kolumne: Meine russische Schwiegermutter

March 10th, 2010

Vor ein paar Wochen war meine Schwiegermutter zu Besuch. Ich muss sagen, mit meinen Schwiegereltern habe ich Glück gehabt; sie sind total in Ordnung.

Jedesmal, wenn meine Schwiegermutter zu Besuch ist, bemächtigt sie sich als erstes der Küche. Sie bringt mir bei, wie ich Gurken einlege, Sauerkraut herstelle – alles Sachen, die man in Deutschland leider nur noch selten selbst macht. Meine Schwiegermutter hat ein unerschöpfliches Repertoire an Rezepten – gute (fettige) russische Küche. Diese zaubert ein Lächeln auf das Gesicht meines Mannes und gleich darauf eine schmerzvolle Verzerrung – durch die Erinnerung daran, dass er auf all das während ihrer Abwesenheit verzichten musste. Weiter lesen »

Shri Mataji über Kunst

March 8th, 2010

Heute erst habe ich in der Zeitung gelesen, dass die Amerikaner verrückt danach sind, zu kaufen. Ich bin auch verrückt darauf, Dinge für euch zu kaufen, das sage ich euch. Überall, wo ich hingehe, versuche ich, Geschenke zu kaufen. Die ganze Zeit kaufe ich Dinge, aber nur Dinge, die künstlerisch sind, Dinge, die mit der Hand gemacht wurden, denn die europäische Mode ist eine so komische Sache, dass sie alles in einfacher Weise wollen. Sie mögen nichts, das orientalisch ist, nichts Klassisches. Sie waren diejenigen, die alles Klassische begannen, nun wollen sie, dass alles einfach ist, simpel; ich kann das nicht verstehen. Gott hat uns eine Nase gegeben, die vorspringt, und Ohren, ich meine: sollen wir sie abschneiden? So sehr, dass sie nicht daran denken, was aus den Künstlern werden wird. Künstler erschaffen und sie möchten ihre überschwänglichen Gefühle in ihrer Kunst ausdrücken, und wir wollen nicht sehen, warum sie so sind. Wir fühlen nicht auf diese Art. Wir tragen sehr einfache Kleider. Schaut: dadurch, dass man ein einfaches Kleid trägt, wird man nicht innerlich einfach.“ (Flughafen Wien, 18.07.1994) Weiter lesen »

Die Sahaj-Kolumne: Wenn das Göttliche einen testet – und was man dabei über Litschis lernen kann

March 3rd, 2010

Jeder, der ein paar Jahre dabei ist, kennt sie: Tests – Situationen, in denen man mit dem Rücken zur Wand steht, in denen es von allen Seiten ganz Dicke kommt (wahrscheinlich, um zu verhindern, dass man sich mit etwas Angenehmem ablenken kann). Nachdem man eifrig nach einem Schlupfloch gesucht hat, nach einer Möglichkeit, das Unvermeidliche zu umgehen, steht man am Schluss vor der Wahl: „surrender“ oder aufhören zu meditieren. Das Göttliche trägt dafür Sorge, dass ein jeder diese Tests bekommt. Typischerweise sind die Tests der anderen immer kinderleicht. Z.B. würde ich einen meiner Tests gern eintauschen gegen den Test, dass man sich in Deutschland nicht eingewöhnen kann. Doch das gilt wohl nicht.. Ein Test ist nur ein echter Test, wenn er einen dort trifft, wo es so richtig wehtut. Weiter lesen »

Die Sahaj-Kolumne: Romantik – vereinbar mit dem spirituellen Weg?

February 19th, 2010

Gestern war ich im Theater. Meine Freundin und ich sahen eine Komödie inklusive Liebesgeschichte – also alles, was mein Frauenherz begehrt. Das regte mich zum Nachdenken an über die romantische Liebe. Der Begriff „romantisch“ leitet sich laut Wörterbuch ab von „übertrieben zügellos, phantastisch, romanhaft“. Geprägt ist er von der kulturgeschichtlichen Epoche der Romantik. Im alltäglichen Sprachgebrauch beschreibt er die Eigenschaft einer Sache oder eines Ereignisses, Menschen mit Liebe und Sehnsucht zu erfüllen.

Die Schwierigkeit ist vermutlich, dass ein jeder etwas anderes unter Romantik versteht: klischeehaften Vorstellungen wie „zu zweit den Sonnenuntergang am Meer genießen“; Schwärmerei, wie sie bei vielen romantischen Dichtern zum Ausdruck kommt oder einfach den Ausdruck von Liebe. Klischeehafte Vorstellungen sind künstlich, nichts als Konditionierungen. Schwärmerei kann Wahncharakter annehmen und von der inneren Mitte wegführen. Nicht zufällig war Goethes Werther suizidal. In spirituellen Kreisen wird häufig von der Liebe des Spirits gesprochen, die alles und jeden umfasst. Die gibt es tatsächlich. In Sahaja Yoga ist sie durchaus erfahrbar. Weiter lesen »

Die Sahaj-Kolumne: Der Kampf des Egos gegen sich selbst

February 17th, 2010

Kürzlich machte ich eine erfrischende Erfahrung. Ich war mit zwei anderen Yogis auf dem Rückweg von einem kleinen organisatorischen Treffen. Einer der beiden anderen hatte just eine unliebsame Aufgabe übernommen. Auf die Frage, warum er diese so bereitwillig angenommen habe, sagte er ganz unverblümt, das sei u.a. eine Möglichkeit, Anerkennung zu bekommen. Soviel Ehrlichkeit ist entwaffnend in jeder Hinsicht. Sie entwaffnet andere und v.a. das eigene Ego.

Gegen das Ego kann man nicht kämpfen. Man kann es nur auslachen. Im Ernst – die wirkungsvollste Waffe gegen das Ego ist Humor!

Wenn man eine Rolle zugeteilt bekommt, passiert es leicht, dass das Ego anschwillt. Das ist in unseren Breitengraden eine fast vorhersehbare Reaktion. Bemüht man sich krampfhaft, dies zu unterdrücken, entsteht daraus leicht ein neues Ego: nämlich das Ego, dass man angeblich gar kein Ego hat. Und dem beizukommen, ist schon um einiges schwerer. Weiter lesen »

10 Gründe warum ich in Sahaja Yoga bin

February 15th, 2010

Diese simple, aber inspirierende Werbung von Apple (ich geb´s ja zu, ich bin auch Applefan) hat mich gleich zu einem Blog Beitrag inspriert;

Meine 10 Gründe warum ich in Sahaja Yoga geblieben bin:

1. Weil ich nach der Erweckung der Kundalini zum ersten mal die Welt so wahrnehmen konnte wie sie ist

2. Weil ich mich zum ersten mal bedingungslos geliebt gefühlt habe

3. Weil ich zum ersten mal ohne Zweifel war

4. Weil ich sofort ganz tolle Freunde gefunden habe

5. Weil mich die Meditation jeden Tag ein bißchen mehr zu mir selbst führt

6. Weil ich immer wieder Geschenke bekomme und gar nicht weiss wie ich mich jemals revanchieren kann.

7. Weil ich Gott erleben kann und dabei lachen darf

8. Weil ich das Schiff selbst lenken darf

9. Weil ich nichts glauben muss sondern alles erleben kann

10. Weil es mich zu einem glücklichen Menschen gemacht hat

Und Du?

von Sonja

Authentisch leben

February 11th, 2010

Alle 2 Wochen stirbt eine alte Nutztierart aus, hab ich heute, als ich am Weg zur Arbeit im Schneestau gestanden bin, auf Bayern 2 gehört. Die Hochleistungslandwirtschaft kann es sich nicht leisten mit diesen extensiver nutzbaren Rassen zu arbeiten und generell hat man heute als Bauer nur eine Chance wenn man hoch spezialisiert ist; zB auf Obst oder Gemüse oder Milch oder Schweine oder Hühner.

Mein Vater hat mir letzte Woche von einer Zeitschrift für Bauern erzählt, in der ein Artikel darüber war, wie man ein positiveres Bild, also Image eines intensiv bewirtschafteten Bauernhofes nach aussen erzeugen kann: Man nehme eine gesund aussehende ältere Rasse von Hühnern und lasse sie frei vor dem Hof rumlaufen; die Eier sind dabei nur ein angenehmes Nebenprodukt, die Hühner aber ein Marketinginstrument; und schon hat man als Vorbeispazierender den Eindruck: ach, ein traditioneller Hof, in dem die Tiere noch freilaufen dürfen und wo alles gut ist – wie früher.

Hm; frage ich mich, aber ist das authentisch? Weiter lesen »

Die Sahaj-Kolumne: Was man aus Frauenzeitschriften lernen kann

February 8th, 2010

Ich habe Frauenzeitschriften für mich entdeckt. Noch vor einiger Zeit hätte ich nie freiwillig im Zeitschriftenladen nach „Für Sie“ oder „Freundin“ gegriffen. Bis dahin war das einzig Interessante für mich die „Gala“ – Stars und Sternchen und ihr (z.T. fürchterlich adharmisches) Leben. Spätestens nach der Lektüre der „Gala“ weiß man sein einfaches Leben wieder zu schätzen. Nachdem ich nun auf einer Flugreise mehrere Frauenzeitschriften in die Hände bekam, erkannte ich, dass ich nun in die Jahre gekommen war. Der Zeiger meiner Lebenszeituhr war soweit vorgerückt, dass ich nun zur Zielgruppe dieser Zeitschriften zählte. Rezepte, Einrichtungstipps, Familiengeschichten, psychologisches Dossier..das traf genau meinen Nerv. Aus der Lektüre dieser Zeitschriften habe ich eine ganze Menge gelernt. Z.B. dass es für die Frau ab zwanzig allerhöchste Zeit ist, mit dem regelmäßigen Gebrauch einer Augenfältchencreme zu beginnen. Wussten Sie das etwa? Gleich morgen werde ich mich auf den Weg machen und eine besorgen. Immerhin bin ich schon 27! Es gab auch einige interessante Artikel wie z.B. über Empathie am Arbeitsplatz. Weiter lesen »

Die Sahaj-Kolumne: Der innere Frieden und was uns Raucher voraus haben

February 4th, 2010

In letzter Zeit habe ich vermehrt über Lebensqualität nachgedacht und wie es um meine eigene bestellt ist. Mit dem Ergebnis: Es kommt auf die Pausen an.

Der Mensch lebt nicht, um zu arbeiten. Er arbeitet, um zu leben. Wohl dem, der Spaß an seiner Arbeit hat, dennoch sollte man es nicht übertreiben. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich von einer Aufgabe zur nächsten haste. „Erst die Pflicht – dann das Vergnügen.“ und „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ Von Kindesbeinen an gehört, verankern sich diese Sprichwörter tief in unserem Unterbewusstsein. Zugegeben, ganz verkehrt sind sie nicht. Doch: Für die meisten von uns gibt so gut wie nie den Moment, an dem man alle ausstehenden Arbeiten erledigt hat. Lebt man trotzdem getreu dieser Sprichworte, kann man erst entspannen, wenn man krank ist. (Und selbst dann schleppt sich der/die Durchschnitts-Deutsche noch zum Arbeitsplatz..) Weiter lesen »

Schuldig oder nicht schuldig? – das ist hier die Frage

February 3rd, 2010

Das Gewissen ist eine fantastische Funktion des linken Vishuddhis. Bei Überqueren der Maryadas nach rechts (Sünde gegen den Vater) oder links (Sünde gegen die Mutter) zeigt es den Fehler an, wie eine Antivirus-Software den Eindringling. Wollen wir diesen nicht wahrhaben, zeigen nicht ernsthaft Reue und lassen wiederholt Gelegenheiten aus, uns zu korrigieren wird aus der Anzeigefunktion des Gewissens ein Schuldbewusstsein, das dann nach und nach unsere gesamte linke Seite lahmlegt und uns die Freude an der Existenz nimmt. Nach meiner Erfahrung haben wir hier in Deutschland (und nicht nur hier) noch eine andere Form von Schuldgefühlen. Ohne dass man tatsächlich Maryadas verletzt hat, fühlt man sich schuldig. Vielleicht, weil unsere gesellschaftlichen Normen allzu eng gesteckt sind? Weiter lesen »