Geschichte
Viele religiöse Institutionen haben im Laufe der Geschichte versucht, alleinige Interpreten höherer Gesetze zu sein. Obwohl auf dem Leben von Heiligen oder Gottesinkarnationen beruhend, haben Manipulation und Fehldeutung deren Lehren verfälscht und bis ins Gegenteil verkehrt. Machtstrategen erkannten frühzeitig die Vorteile einer organisierten Religion, erklärten sich als deren alleinige Interpreten und unfehlbare Mittler. Im Eigeninteresse schufen sie so ein Pseudoverständnis über die Schöpfung und deren überweltliche Kräfte. Unterwerfung und Abhängigkeit wurde fast immer geschaffen durch die Maxime von Schuld und Sühne. Missbräuchlich genutzt, wurde diese zum Angst einflößenden mächtigsten Instrument der Manipulation, um den Mensch zu kontrollieren und in Unfreiheit zu halten.

Die Strategie:
Dem Göttlichen wurde angelastet, in seiner Schöpfung Unvollkommenes erschaffen zu haben. Durch Selbsterkenntnis und freien Willen, sei der Mensch nicht Krone der Schöpfung, sondern tendenziell negativ und prädestiniert zum Schlechten. Die Offenheit menschlicher Entscheidung ist aber nicht Unvollkommenheit, sondern logische Konsequenz dieses gewaltigen Evolutionsschrittes. Aus Machtkalkül wurde dennoch die menschliche Fehlbarkeit herausgestellt und im Begriff “Sünde“ instrumentalisiert. Natürliche Regungen des Gewissens wurden eingebaut in einen künstlichen Überbau aus Dogmen, komplettiert mit Verstößen gegen die Organisation. Fehltritte und Konsequenzen wurden in einem “Sünden-Erlass“ katalogisiert, der exklusiv den “Kirchen-Beamten“ erlaubt war. Eine Verbesserung der weltlichen Existenz war nur begrenzt erhoffbar in Anerkennung der allgegenwärtigen Sünderrolle. Dieses Jammertal war angeblich gottgewollt und somit unausweichlich. Da alle Errettung ins Jenseits projiziert war, erübrigte sich auch jeglicher Realitäts-Bezug.
Sinn des Lebens:
Dies bedeutete konsequente Abkehr von der Wertschätzung, Einzigartigkeit und Besonderheit des Lebens, bis hin zur Verherrlichung eines nicht greifbaren Jenseits. Die Realität des Lebens mit all ihren Facetten wird blindem Glauben geopfert. Die ins Dasein gegossene “Freude der Existenz“ wird reduziert zu einem dumpfen Vegetieren in Mühsal, Schuld und Sühne. Die Frage ist aber, wieso gibt es überhaupt dieses Leben mit unendlichen Erscheinungsformen und seinem unbändigen Erhaltungsdrang? Sollte die Natur nicht mehr Weisheit besitzen, durch eine universale Dynamik im Hintergrund, die diese Schöpfung vorantreibt, erkennbar sowohl in kosmischer als auch irdischer Dimension?
Schöpfungsauftrag Evolution:
Aufklärung und Wissenschaft haben die Menschheit befreit von Dumpfheit und Abhängigkeit blinden Glaubens. Die Ratio, Erkenntnis-Instrument menschlicher Entwicklung zeigt uns, dass Evolution selbst der eigentliche göttliche Schöpfungsauftrag ist. Dieser ist nicht abgeschlossen, sondern dauert an, in einer selbst-organisierenden Strategie hin zur Perfektion. Dies ist die universale Entwicklung vom Einfachen zum Komplexen, vom Niederen zum Höheren, einschließend Raum-Zeit, Energie, Materie, Leben und Bewusstsein. Das Streben nach Weiterentwicklung ist bereits jedem Atom, Molekül oder Einzeller eingeboren. Evolution setzt sich kollektiv fort in der Evolution des nächst Höheren. Alles findet statt in einem gigantischem Fluß der Emanzipation in Raum und Zeit. Involution und Evolution – Quelle und Ziel sind eins im Schöpfungszyklus.
Evolutionsstufen:
Nach der Evolution von Energie und Materie seit dem Urknall (Sternevolution), wird Leben zur Plattform, auf der irdische Evolution sich fortsetzen kann. Außerirdische Lebensformen sind zwar möglich, aber irrelevant, da unsere Existenz unlösbar mit Mutter Erde verbunden ist. Ihr verdanken wir alles. Die zunächst befremdliche Darwin`sche Auslese hin zum Best-Angepassten zeigt sich bei tieferer Betrachtung als geniale Interaktion von Leben und Umwelt. Es ist die optimale Strategie im Tier- und Pflanzen-Reich, die das Fortbestehen des Kollektivs über das Individuum stellt.
Auf höherer Ebene – der Menschenwelt – setzt sich “Anpassung“ fort im Bewusstsein, unter Hinzunahme neuer evolutionär geprägter Prinzipien, wie Selbstreflektion, Empathie, Weisheit, Verantwortung usw. Nicht zuletzt ist uns auch das Schöpferische, die Kreativität, in die Wiege gelegt. Das Streben selbst veredelt sich laufend zu einer Evolution der Evolution.
Egozentrik und Individualität:
Eine größere Sicht entfaltet sich, die Freiheit, Individualität und Kollektivität einbezieht. Sein Geburtsrecht, das ihm angeborene Freiheitsstreben, hat der Mensch heute aber durch Egozentrik und Anbetung des Götzen Individualität missbraucht. Er sieht sich selbst als Mittelpunkt allen Seins und hat Demut und Achtung vor der Natur und seinen Mitgeschöpfen abgelegt. Er will nicht sehen, dass er selbst Teil dieser Evolution ist und den gleichen Gesetzen unterliegt. Sein intellektueller Erkenntnis- und Taten-Drang hat Machbarkeit über alles gestellt, vorneweg die allgegenwärtige Technologiegläubigkeit. Die Entwicklung hin zur Industrialisierung kapitalistischer Prägung mit extrem unkollektivem Verhalten, ist nur logische Konsequenz. Konträr zu vormalig erprobten ethischen Werten, sind in unserer materialistischen Welt heute Eigeninteresse, Neid und Gier nicht nur akzeptiert, sondern erstrebenswert.
Was bedeutet das? Es geht nicht darum, eine noch bessere, zuverlässigere, ökologischere, effizientere Technologie oder Strategie zu entwickeln. Immer mehr Technik, auch Biotechnik, kann nicht ausgleichen, was an Menschlichkeit fehlt. Es gilt zu verstehen, dass ohne Renaissance von Moral und Ethik unser so “moderner Zivilisationsentwurf“ zum Bumerang der Selbstzerstörung wird. Diese unpopulären Werte sind jedoch unverzichtbar, da sie selbst Randbedingungen der Evolution sind.
Schöpfungsgemäße Evolution:
Erst wenn “Moral ist cool“, statt “Geiz ist geil“ die Oberhand gewinnt, sind wir zurückgekehrt auf den Pfad schöpfungsgemäßer Evolution. Dann auch, wird uns Technologie wieder zum Segen gereichen. Dies bedeutet, dass wir zuerst uns selbst, und dann erst unsere Umwelt hinterfragen. Der Schlüssel dazu ist: “Erkenne Dich selbst“ und “Was du nicht magst, das man dir tu, das füg auch keinem Andern zu“.
Die Kundalinikraft:
Kraft der Selbsterkenntnis und Freiheit, ist der Mensch ausersehen Herr seines Schicksals zu sein. Dieser gewaltige Schritt aus der Tierwelt in die Menschenwelt ist Mysterium der Evolution. Zumindest an dieser Stelle zeigt sich, dass Evolution nicht nur energetisch/materiell stattfindet, sondern ein geistiges Ziel ansteuert, die Schaffung von Bewusstheit. Ab hier erahnt man vielleicht, welch gewaltige Intention hinter allem stehen muss. Einstein sagte dazu nur: “Gott würfelt nicht“. Die Kraft, die all dies anstößt, ist im Menschen in besonderer Weise aktiv. Sie ist nichts weniger als das Abbild der kosmischen Evolution. Seit alters her ist sie bekannt mit unterschiedlichen Namen: Als Kundalini, oder Wunschkraft unserer eigenen Emanzipation in Indien; als Chi, oder universale Lebenskraft in China; als Midgard-, oder Weltenschlange im Germanischen, oder als Heiliger Geist in christlichem Kontext. Die Kundalini wartet geduldig darauf, den Menschen zu sich selbst zu führen, zu seiner Essenz (Seele, Spirit, Atma). Die Aktivierung der Kundalinikraft (Aufstieg, Realisierung) ist nicht machbar oder manipulierbar. Einzig Einsicht und der unschuldige Wunsch erreichen sie. Es ist ein Vorgang, der den Menschen in allen Dimensionen berührt, verändert.und ihn wieder einklinkt in den großen kollektiven Strom.
Wissen und Wahrheit:
Ihrer Natur gemäß offenbart sich tiefe Wahrheit aus sich selbst heraus. Dies geschieht ohne lautes Getöse. Wahres Wissen liegt nicht außerhalb, es ist bereits existent in uns. Menschliche Evolution trägt in sich den Drang zu Selbsterkenntnis. Persönliches Erleben ist der Prüfstein, an dem sich Wissen messen lassen muss. Dies ist unsere Befindlichkeit auf spiritueller, psychischer, mentaler und körperlicher Ebene. Ohne positive, tiefere Auswirkung, ist jedes Wissen nutzlos, und nur weiterer Ballast. All unsere Überlieferungen, Überzeugungen und Traditionen müssen diesem Realitätstest genügen. Vertrösten auf ein Paradies im Jenseits führt Evolution ins Absurde. Denn Leben ist gleichermaßen Plattform für Erkundung, Erprobung und Verwirklichung am Widerstand des Schicksals. Leben ist Existenz und Anpassung bezogen auf laufend gespeicherte Erfahrung im Sinne von “Trial & Error“ (Versuch und Irrtum). Dies ist die Urstrategie des Lebens auf allen Ebenen.
Spürbare Wahrheit:
Werden wir konfrontiert mit Halbwissen oder Falschheit, egal in welcher Form, hinterlässt es in uns eine reale Reaktion. Wahrheit oder Unwahrheit werden sensorisch-nerval spürbar. Dies ist einerseits physiologisches Novum, andererseits ein absolut notwendiger, stimmiger evolutionärer Mechanismus. Dieser Zustand kann im meditativem Zustand von jedermann erfahren werden. Der Ort wo dies stattfindet sind die sog. Chakren. Diese stellen im Menschen das Interface (Übergang) geistiger ethischer Prinzipien ins Körperliche dar. Als höchste körperliche Steuerungsebenen (Kausalebene) reagieren sie auf unsere Gehirnprozesse und die Essenz von Informationen. Im Gegenzug erzeugt die Kundalini Meditation in Gedankenfreiheit und damit Ausblendung des dauernden Störfeuers von Gehirn und Sinnesorganen. Nur so kann Neues, Tiefes in uns Fuß fassen und Veränderung dh. Anpassung bewirken.
Geistige Ökologie:
Wahrheit erhält in diesem Kontext eine neue Definition: Alles ist wahr was unsere Evolution fördert, unwahr ist alles, was diese bremst oder blockiert. Es ist dabei gleichgültig ob es sich dabei um Verhaltensformen/Trends, Literatur, Kino, Musik oder Bilder handelt. Hier schließt sich der Kreis. Wir vergiften unsere Umwelt nicht nur auf materieller Ebene, sondern ebenso auf spiritueller Ebene; Da auf kausaler Ebene stattfindend, ist dies oftmals noch destruktiver. Schlechte Ernährung findet also nicht nur körperlich statt, sondern auch durch schleichende Vergiftung des Bewusstseins.

Der eigene Guru:
In erleuchteter Freiheit, Falsches von Wahrem zu trennen ist im Zeitalter der Informationsflut überlebenswichtig, um sich zu lösen von Manipulation, Bevormundung und blindem Glauben, egal ob durch Bürokratismus, Amtsreligionen, oder Fanatismus aller Art.
