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Das subtile System: Weg durch die innere Evolution

Jedem Menschen wohnt ein subtiles System aus verschiedenen Energiezentren (Chakras) und Kanälen (Nadis) inne. Dieses System steuert alle Aspekte unserer Existenz. Es ist verantwortlich für unser körperliches, emotionales, seelisches und geistiges Wohlbefinden.

 

Subtiles System

 

Die drei Kanäle: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Das uns innewohnende, subtile System besteht aus drei Energiekanälen, auch Nadis genannt.
Sie repräsentieren die Seinszustände der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

 

Der Mondkanal (Vergangenheit)

Erinnerungen, Erfahrungen und Emotionen sind in diesem linken Energiekanal gespeichert, welcher im Superego endet. Der Mondkanal steht für die weibliche Seite in uns, ist unser Unterbewußtsein, ist sanft, passiv und kraft sprendend. In diesem Kanal wohnt die Kraft des Wunsches, der der Initiator für jede Aktion ist. Hier entstehen unsere Gefühle, Beziehungen und Barmherzigkeit.

Wird die Kraft des Ida Nadi jedoch überbenansprucht, finden wir uns in Selbstmitleid, Trägheit und Pessimismus. Die Fähigkeit „normale“ Entscheidungen zu treffen, läßt nach, man wird leicht von anderen dominiert und befindet sich in womöglich nicht gewollten Situationen. Viele Krankheiten können aufgrund dieses Ungleichgewicht entstehen.

Es ist sehr wichtig, die Balance dieser Kräfte zu halten. Die Energie der Kundalini, die sich während der Selbstverwirklichung und auch während der Meditation in unserem mittleren Energiekanal nach oben bewegt, liegt jenseits der Extreme von Passivität und Aktivität und bringt deren Qualitäten in ausgewogenem Maße hervor. Jenseits des Extrems bedeutet für den linken Kanal, daß das Atma, des geistige Prinzip in uns erweckt wird, welches sich in bedingungsloser Freude äußert.

 

Der Sonnenkanal (Zunkunft)

Dieser Energiekanal repräsentiert die Zukunft, Aktivität, Kreativität und das männliche Prinzip. All diese Taten des rechten Kanals beginnen jedoch mit einem reinen Wunsch aus dem linken Mondkanal. Wenn sich diese beiden Kanäle im Gleichgewicht befinden, werden wir konstruktive Resultate mit mühelosem Schwung hervorbringen können.

Wird der Ida Nadi hingegen zuviel benasprucht, können wir uns mental nicht weiter entwickeln. Wir verlieren den Zugang zu unseren Gefühlen, sind ärgerlich und verletzend im Umgang mit anderen, ruhelos und hungrig nach mehr Erfolg und Macht. Unsere Sicht der Dinge wird getrübt, wenn das Ego, in dem der rechte Kanal endet, zum Maß aller Dinge wird.

Durch die Meditation kann die Hitze des Sonnenkanals gekühlt werden und wir kommen wieder zurück zu Ruhe und Klarheit.

 

Der Zentralkanal (Gegenwart)

Dieser Kanal unseres Energiesystems stellt die goldene Mitte dar. Er ist für uns Menschen die Wichtigste: die Verbindung mit unserer eigenen Spiritualität in dem die Kraft der Kundalini aufsteigen kann, wodurch wir unsere Selbstverwirklichung erlangen. Auf dem Weg durch den Zentralkanal öffnet die Kundalini all unsere Energiezentren und beginnt mit einem Reinigungsprozeß indem sie energetische Hindernisse in uns beseitigt. Dadurch haben wir die Möglichkeit, ihre Vibrationen zu spüren: einen kühlen Windhauch über unserem Scheitel und auf unseren Handflächen.

Diese Energie kann aber erst dann wirken und unser Sein bestimmen, wenn die beiden anderen Kanäle im Gleichgewicht sind, wir also weder von unseren Emotionen (oder unserer Vergangenheit) noch von unseren Gedanken (oder der Zukunft) dominiert werden.

Es gibt keine Extreme im mittleren Kanal. Seine Kraft liegt jenseits von Gedanken, Wünschen und Konditionierungen. In der Meditation bringt uns der Sushumna Nadi hinauf in ein neu erwecktes Bewusstsein, in eine Erfahrung ohne Zweifel, in der die eigene Einheit mit dem Universum und dem Göttlichen wahrgenommen werden kann.

 

Die Chakren: Schaltzentralen des Zentralen Nervensystems

„Chakra“, ein Sanskrit-Wort, bedeutet wörtlich „Rad“. Denn Chakras sind rund und in ständiger Drehbewegung, im Uhrzeigersinn. Dadurch geben sie Energie ab, die feinstofflichste und zugleich mächtigste Energieform überhaupt. Die Chakras sind Schaltzentralen, an denen sich unser Zentrales Nervensystem (ZNS) aufhängt – ihre grobstoffliche Entsprechung sind die Nervenplexen, über die die Chakras die grob- und feinstofflichen Funktionen des menschlichen Körpers und Bewusstseins steuern und beeinflussen.

Es gibt sieben Hauptchakras , alle entlang der Wirbelsäule, wie Perlen an einer Schnur, angesiedelt. Jedes Chakra verkörpert ein universelles Urprinzip, dass göttlich-kosmischen Ursprungs ist und als Grundmatrix allen Seins angesehen wird. Die sieben Chakras und die ihnen innewohnenden Urprinzipien sind:

1. Das Mooladhara-Chakra. Urprinzip: kindliche Unschuld und Unbefangenheit, Weisheit.

2. Das Swadisthana-Chakra. Urprinzip: Kreativität und reines Wissen.

3. Das Nabhi-Chakra. Urprinzip: Frieden, Rechtschaffenheit und Meisterschaft.

4. Das Herz-Chakra. ( Anahata-Chakra ) Urprinzip: Liebe, Mitgefühl und Vertrauen.

5. Das Vishuddhi-Chakra. Urprinzip: Kollektivität, Wahrhaftigkeit und Zeugenschaft.

6. Das Agnya-Chakra. Urprinzip: Vergebung und Gedankenfreiheit.

7. Das Sahastrara-Chakra. Urprinzip: Integration, Verbindung mit dem Göttlichen, Meditation.

 

Jedes der sieben Hauptchakras beinhaltet also als informativen Schatz die genannten Urprinzipien. Höherer Sinn und Zweck der Evolution ist die graduelle und schliesslich vollständige Etablierung all dieser Qualitäten im menschlichen Bewusstesein und Sein.

Die Kundalini: Mütterliche Urkraft und Helfer

kundaliniDies geschieht in Sahaja Yoga durch die Arbeit der Kundalini, jener mütterlichen Urkraft, deren Aufgabe es ist, unsere Chakras zu reinigen, zu nähren und mehr und mehr zur vollen Entfaltung zu bringen, auf dass sich der Spirit (Sanskrit: Atma) mehr und mehr in uns entfalte, sich also unser Selbst verwirkliche.

Durch das initiale Ereignis des Kundalini-Aufstiegs , wie er in der (physischen, aber auch nicht-physischen) Gegenwart Sri Matajis tausendfach erlebt worden ist, erhalten unsere Chakras einen entscheidenden, katalytischen Energieschub. Durch regelmässige Meditation gestattet uns unsere Kundalini, die Qualitäten der Chakras mehr und mehr zu etablieren.

Sahaja Yogis ist künstliches Gebahren fremd. Wir wissen, dass aufgesetztes Verhalten und blosse Identifikation keinen Menschen positiv verändern kann. Wir haben aber erfahren, dass es die Kundalini selbst ist, die auf spontane („sahaje“) Weise unsere Chakras versorgt und uns menschlich positiv transformiert, indem sie die Urprinzipien der Chakras in uns verwirklicht.

Dieser Prozess, autonom wie das autonome Nervensystem selbst, ist die wahre spirituelle Evolution. Sie ist nicht zu erreichen durch Willen, Manipulation oder Fanatismus – sie ist vielmehr ein Akt der Gnade der Natur an uns Menschen, wenn wir den reinen Wunsch haben, uns persönlich und spirituell zu entwickeln und entfalten, also „menschlicher“ und „göttlicher“ zugleich zu werden.

Sahaja Yoga ist somit im Grunde ein Weg, eine Methode, durch den Aufstieg der Kundalini und dann regelmaässige Meditation den energetischen Zustand der Chakras stetig und nachhaltig zu verbessern, um so das Selbst in uns zu verwirklichen und psychisch und physisch Gleichgewicht zu erlangen und zu halten.